Bilderkrise

 

Bilder bekommen durch die Medien – Film, Fernsehen, Zeitungen, Werbeplakate und vor allem das Internet – eine immer stärkere Präsenz, was zu einer Desensibilisierung und Abstumpfung des Betrachters führt. Das bedeutet für die Kunst und die Künstler heutiger Zeit immer mehr Aufmerksamkeitsdefizit, das sie durch immer aufwändigere und spektakulärere Kunst-Events zu kompensieren versuchen. Durch die Bearbeitung der Bilder auf der Pixelebene des Cyberspace können Bilder perfekt simuliert und damit manipuliert werden, was zu einer Verunsicherung des Betrachters führt. Der Künstler Peter Neunzig spielt mit dieser Thematik und nutzt das gemalte Werk, mit dessen ursprünglicher, originärer Aura und intellektuellem Inhalt, um ein neues Meta-Werk ohne Inhalt entstehen zu lassen. Was im ersten gemalten Werk noch Inhalt und Ausdruck hatte, wird im Meta-Werk zur reinen Form ohne Inhalt. Die Bildtitel sind daher im Meta-Werk vollkommen willkürlich gewählt und werden aus den Sprachspielen des Zeitgeistes entlehnt. Wie im Mythos muss das Meta-Werk erneut mit Inhalt gefüllt werden. Durch die perfekte Simulation ist ein Unterschied zwischen dem gemaltem Original und einem gedruckten Meta-Werk auf Leinwand nicht mehr zu erkennen. Mit der Simulation erweitert er den Kunstbegriff in dem er die Aura seines eigenen, gemalten Werks torpediert. Theoretisch kann jeder mit einer Datenbank der technophilosophischen Kunst, ein weiteres Meta-Werk schaffen. Dies bedeutet in letzter Konsequenz die Infragestellung des Künstlers selbst als autarke kunstschaffende Person.

 

©2019 by Peter Neunzig | Technophilosophische Kunst