Peter Neunzig_Portrait_Technophilosophische Kunst

PETER NEUNZIG

Technophilosophische Kunst

Peter Neunzig ist Wanderer zwischen den Welten.
In seinen Bildern und Objekten befasst er sich mit so unterschiedlichen Ansätzen wie der Evolvente, der Fibonacci-Reihe oder dem Goldenen Schnitt. Auch Chaos, Ideologie, Archetypus oder Kybernetik und Komplementarität finden Anklang in seiner Kunst. Gerade in der heutigen Zeit, die durch zunehmende Spezialisierung geprägt wird, ist es dringend notwendig, das seit dem Mittelalter auseinanderdriftende Denken wieder aneinander heranzuführen. In der Philosophie gibt es erste Versuche in diese Richtung unter dem Stichwort “Transdisziplinarität”.

 
 

25 OBJEKTE

 

Peter Neunzig wurde 1955 in Düsseldorf geboren. Seit dem Beginn seines Kunstschaffens in 1982 hat er sich einem Programm verschrieben: der Technophilosophischen Kunst. Diese drückt er meist gegenständlich und farbig aus. Seine Gemälde lassen sich am ehesten als Impulsgeber beschreiben, die seine vielschichtige Denkbewegungen abbilden. Sie lösen Denkanstöße beim Betrachter aus und versetzen ihn in eine andere Welt. Daran und an seinem Werk arbeitet Neunzig seit über 30 Jahren. Sein Schaffen umfasst Theorien, Dogmen und Denkverbote der Avantgarden des 20.Jahrhunderts. Daraus entstehen Arbeiten, die immer wieder um den Wirklichkeitsbegriff mit Grundsatzfragen kreisen: Was nimmt der Mensch von seiner Umwelt wahr? Wie nimmt er es wahr? Wie kann der Mensch seine Wahrnehmung dann über die Theorie und die Sprache in Form bringen? Dieses Informbringen umfasst auch seine Kunst, die er als Teil einer welterschließenden Kommunikationsmaschinerie. begreift. Dabei klopft er alle Bereiche der menschlichen Übersetzung der Wahrnehmung ab und übersetzt sie in die spezifische Erkenntnisfunktion der Kunst. Dazu hat Neunzig sich besonders mit der Philosophie des 20. Jahrhunderts des französischen Dekonstruktivismus um Baudrillard, Barthes, Derrida, Foucault und der Semiologie U. Eco’s auseinandergesetzt

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Darüber hinaus beschäftigt sich Neunzig auch mit der Chaostheorie, Prigogines dissipativen Strukturen oder der Weltentstehung über die Eigenschen Hyperzyklen. Auch Punkte, wie die neue deutsche Systemtheorie um Niklas Luhmann mit seinem naturwissenschaftlichen Pendant Spencer-Brown spielen eine Rolle für die Kunst uns das Werk von Peter Neunzig. Mit seiner jüngsten Entwicklung, der digital entstandenen Meta-Werke, schlägt Neunzig ein neues Kapitel auf. Seit 2002 beschäftigt er sich intensiv mit der neuen Medientheorie. McLuhan, Kerckhove, Kittler, Winkler aber auch Vilem Flusser, Niklas Luhmann und Martin Seel geben ihm die fundierte theoretische Rückendeckung der Entwicklung eines neuen, digitalen Werks.

 

Dieses entsteht hermetisch aus dem vorhandenen analogen Werk. Neunzigs direkter Dialog mit seinem vorhandenen über 30 Jahre alten gemalten Werk ermöglicht eine neue künstlerische spontane Auseinandersetzung. So trifft Neunzig den Zeitgeist des Medialen auf den Punkt, gemäß der Aussage – der Kunststil ist tot- es lebe die Idee. Neunzig vollführt hier die konsequente „Archäologie der Gegenwart“ (F. Kittler). Seine Kunst konfrontiert den Betrachter mit einer schier unendlichen Fülle an Details und Gedanken. Er eröffnet ihm immer neue Lesarten, ohne auch nur eine einzige zu bestätigen.

 

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