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Entropie

Öl auf Leinwand, 80 x 100, Wz.: 121

Entropie

Text: Annegret Neunzig

Entropie

 

Der Mai ist gekommen –

 

ich sehe den blauen Himmel,

höre das Zwitschern der Vögel,

spüre Wind und Sonne auf meiner Haut

 

strahlend spiegelt sich die Sonne im frischen Grün

 

um mich her farbenquellende Blütenpracht

üppiges, betörend duftendes Gelb im Raps

bauschiges Rosa im Mandelbaum

berauschendes Weiß in Apfel- und Birnenblüte

 

Der Mai ist gekommen –

 

Die Natur zeigt sich in ihrer überbordenden Fülle - weckt neue Lebenskräfte

Im Bild sichtbar im linken Bildteil –

Ein üppiger Wald, der sich zu einer Kathedrale mit lichtbunten Fenstern entwickelt

 

Der Mai ist gekommen –

 

Ein Mensch, Menschen – handelnd, fragend, staunend, verzweifelnd

Eine Durchdringung – Zeichen von Kraft und Macht, Feuer und Zerstörung

Im Bild sichtbar im rechten Bildteil – Gegenteil von Natur oder Teil von Natur?

 

Der Mai ist gekommen –

 

Ein lichtumwogtes sich öffnendes, man könnte sagen umarmendes kubisches Kreuz

Ein Tisch mit einem gebrochenen Brot – einladend

- mit einem Kreisel – Symbol für eine idealisierte, technische Form von Ordnung

Im Bild sichtbar in der Mitte – Hoffnung!?

 

Der Mai ist gekommen –

 

Wir Menschen lieben die Natur, sie spendet uns ‚Freude und Wonne‘

Aber wir nutzen sie auch – wir nutzen sie aus - und wir stehen vor menschengemachter Zerstörung

 

Im kubischen – umarmenden Kreuz, im Brot zum Teilen und in der idealisierten Form des Kreisels bricht sich die Hoffnung Bahn, dass selbst im Auseinanderfallen noch eine Ordnung aufscheint, die wir nicht zerstören, sondern bewahren können.

 

 

 

 

 

 

 

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