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Die abwesende Anwesenheit

Öl auf Leinwand, 100x100, Wz.: 357

Die abwesende Anwesenheit

Text: Annegret Neunzig

Die abwesende Anwesenheit

 

Ein Raum aus Ordnung und Licht.

Acht, sechzehn, Kreis und Maß.

Ein Bau, der von Ewigkeit spricht - und doch von Vergänglichkeit erzählt.

 

Der Dom in Aachen.

 

Ein leerer Thron.

Ein offener Raum.

Ein Auge, das sieht – und sich entzieht.

 

Der Dom in Aachen bewahrt ein Geheimnis:

Was wirklich trägt, ist nicht sichtbar.

 

Eine anwesende Abwesenheit.

 

Ostern erzählt dasselbe Geheimnis.

 

Am Kreuz ist Gott da – und zugleich verborgen.

Im Tod ist er abwesend – und doch gegenwärtig.

 

Das Grab ist leer.

Nicht als Beweis – sondern als Einladung.

 

Einladung zu einem anderen Sehen:

 

Symeon der Neue Theologe (Mystiker, 949-1022):

„Wir sehen ihn als Licht – und doch bleibt er unsichtbar.“

 

Vielleicht ist Gott gerade so da:

Nicht im Greifbaren,

nicht im Besitzbaren,

sondern im Offenen.

 

Wo Liebe ist, da wird der Abwesende gegenwärtig.

 

Eine anwesende Abwesenheit

Eine abwesende Anwesenheit

 

 

 

 

 

 

 

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